Nach Fahnenflucht: Soll Braunschweig für Wolfpack zahlen?

18. Juni 2018
Nach der Fusion laufen die Wolfenbütteler Baskeballerinnen künftig unter dem Namen Eintracht Braunschweig auf. Soll die Stadt dennoch weiter Zuschüsse zahlen? Diese Frage stellte sich Thomas Pink im Finanzausschuss. Foto: Maschauer/Archiv
Wolfenbüttel. Der Basketball wird eigentlich in der Lessingstadt seit Jahren groß geschrieben und entsprechend gefördert. Nach dem Weggang der Basketball-Frauen nach Braunschweig könnte die finanzielle Unterstützung der Stadt nun aber bald ein Ende haben. So gab Bürgermeister Thomas Pink im Wirtschafts- und Finanzausschuss zu bedenken. Von Anke Donner.

Zur neuen Saison in der Damenbasketball-Bundesliga werden das Wolfpack Wolfenbüttel und Eintracht Braunschweig zusammen an den Start gehen. Wie die Verantwortlichen der Vereine im April bekannt gaben, sei die Fusion sinnvoll, um sich sowohl aus sportlicher als auch finanzieller Sicht zu verbessern und kurz- bis mittelfristig den Aufstieg in die 1. Bundesliga zu realisieren. Inzwischen ist klar, dass die Basketball-Frauen in der kommenden Spielzeit in Deutschlands Oberhaus starten werden. Dazu wolle man auch die gemeinsame Nachwuchsarbeit der Girls-Baskets Regio 38 Akademie weiter fördern. Organisiert werden soll die Kooperation unter dem Dach der Akademie, allerdings wird das zusammengeführte Team unter dem Namen Eintracht Braunschweig auflaufen, da sich beide Vereine so bessere Vermarktungsmöglichkeiten ausrechnen. Als Heimstätte sollen jedoch sowohl die Lindenhalle in Wolfenbüttel als auch die Alte Waage in Braunschweig dienen. 

Über Zuschüsse nachdenken

Diese Tatsache ließen Bürgermeister Thomas Pink und der Ausschuss-Vorsitzende Winfried Pink am Freitag im Wirtsschafts- und Finanzausschuss laut darüber nachdenken, ob man die Förderungen für die Basketballerinnen nicht einstellen sollte. Denn schließlich werde Wolfenbüttel als Stadt-und Heimatverein der Basketball-Frauen nach dem Zusammenschluss namentlich nicht mehr genannt. Es wäre augenscheinlich kein Wolfenbütteler Verein mehr. Dies könne dazu führen, dass die Sportlerinnen den Anspruch auf die Zuschüsse der Stadt verlieren. „Von Wolfenbüttel wird nichts mehr gesagt. Das ist jetzt Eintracht Braunschweig – unter der Flagge segeln sie und da sehe ich als Wolfenbütteler keine Basis, da noch irgendwas zu unternehmen. Da ist dann der Finanzausschuss in Braunschweig zuständig“, erklärte der Ausschuss-Vorsitzende Winfried Pink (CDU). 

Gespräche mit Eintracht

Bürgermeister Thomas Pink erklärte, dass in einigen Wochen mit den Vertretern von Eintracht Braunschweig ein Gespräch angesetzt sei. Dort werde man auf die gültigen Vorschriften verweisen. Man wolle aber auch deutlich machen, dass man durchaus darüber diskutieren könne. „Wenn man sich aber mit solch einer Vehemenz als Eintracht Braunschweig bezeichnet, dann wird das noch eine schwierige Diskussion. Denn ich glaube, wird sind in der Förderung von Mannschaften im Leistungssegment die Einzigen weit und breit, die seitens der Kommune Zuschüsse an semiprofessionelle oder professionelle Mannschaften zahlen. Aber darauf hat man scheinbar gar nicht so sehr geguckt“, so Thomas Pink und versichert, dass man die Politik über die Ergebnisse des Gesprächs informieren werde. 

Ausschussmitglied Jacqueline Runge (SPD) erklärte, dass man bereits Überlegungen seitens der Basketballerinnen anstelle, wie man zukünftig mit der Situation umgehen werde.

10.000 Euro für das Wolfpack

Die Basketball-Frauen aus Wolfenbüttel sollen für die abgelaufene Saison 2017/2018 Zuschüsse von jeweils 400 Euro pro absolviertes Punkt- und Play-Off-Spiele bekommen. Nach den „Richtlinien zur Förderung des Sportes in der Stadt Wolfenbüttel“ gewährt die Stadt auf Antragstellung jeder Mannschaft eines Wolfenbütteler Vereins, die dem Leistungssport zuzurechnen ist, und die Stadt überwiegend über die Landesgrenzen hinaus vertritt, eine Zuschussförderung für den laufenden Ligabetrieb. Diese liegt bei maximal 400 Euro pro Spieltag. Die Basketballdamen des „Wolfpacks“ haben in der Saison 2017/2018 in der 2. Basketball-Bundesliga Nord insgesamt 25 Spiele gegen Mannschaften aus Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Berlin bestritten. Ihnen soll dementsprechend ein Zuschuss von 10.000 Euro zufließen.

Dies hat der städtische Wirtschafts- und Finanzausschuss am Freitag auch empfohlen. Endgültig wird der Rat der Stadt Wolfenbüttel in der kommenden Woche über die Zuschüsse beschließen.

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