Null Chancen beim Club: Eintracht spielt wie ein Absteiger

30. April 2018 von
Kevin Möhwald traf zum 2:0. Foto: imago/Zink
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Nürnberg/Braunschweig. Keine Spielidee, kein Kampf, keine Chancen. Eintracht Braunschweig präsentierte sich im letzten Montagabend-Spiel der Saison wie ein Absteiger. Beim Fast-Erstligisten 1. FC Nürnberg unterlagen die Löwen verdient mit 0:2 (0:1). Nun wird es sehr eng im Tabellenkeller.

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Löwen am Tiefpunkt

Fünf Spiele – kein Sieg. Eintracht Braunschweig rutscht gefährlich nahe an die Abstiegsplätze heran. Im Max-Morlock-Stadion zu Nürnberg verpasste die Elf von Torsten Lieberknecht am 32. Spieltag einen möglichen Punktgewinn und ergab sich vom Anpfiff weg ihrem Schicksal. Nicht eine zählbare Torraumszene boten desolate Löwen über die gesamten 90 Minuten hinweg ihren mitgereisten 1.200 Fans. 

Nach dem Torlos-Remis gegen Arminia Bielefeld begannen die Gäste offensive mit Patrick Schönfeld und Domi Kumbela für Georg Teigl (Bank) und Suleiman Abdullahi (Sprunggelenksprobleme). Bei den Gastgebern nahm Trainer Michael Köllner drei Wechsel gegenüber dem 3:1 in Kiel vor. Fabian Bredlow rückte wieder zurück ziwschen die Pfosten, Ondrej Petrak ersetzt den verletzten Patrick Erras (Innenbandriss) und auch Tim Leibold kehrte nach abgesessener Gelbsperre zurück in die Startelf. Sepsi nahm dafür auf der Bank platz.

Die Hausherren übernahmen von Beginn an die Initiative und das mit sehr viel Vorwärtsdrang. Eintracht Braunschweig war über die gesamten 90 Spielminuten mit dem Verteidigen von Nürnberger Angriffen beschäftigt und konnte selbst sich kaum nennenswerte Torchancen erspielen. Einzig der sträfliche Umgang der in schwarz gekleideten Gastgeber mit ihren Tormöglichkeiten hielt das Team von Torsten Lieberknecht im Spiel.

Nürnberg reihte Hochkaräter an Hochkaräter. Mikael Ishaks Bogenlampe strich knapp am linken Pfosten vorbei (10.), Möhwald versuchte es aus der Distanz (14.) und später noch einmal mit einer Direktabnahme aus der zweiten Reihe (29.). Kurz darauf wurde es richtig brenzlig für die Gäste, als Jasmin Fejzic gegen einen Flatterball von Eduard Löwen zur Stelle war, den Ball jedoch direkt zum heran eilenden Tobias Werner klärte. Mit vereinten Kräften vereitelte die Hintermannschaft der Eintracht die Situation. Zusätzliches Pech: Schon früh im Spiel musste Torsten Lieberknecht verletzungsbedingt doppelt wechseln. Patrick Schönfeld musste passen (10.). Der für ihn eingewechselte Özkan Yildirim tat sich ebenfalls weh und wurde nach der Pause durch Georg Teigl ersetzt.

Zu diesem Zeitpunkt lag Eintracht Braunschweig bereits in Rückstand. Das längst überfällige 1:0 war in der letzten Minute vor der Pause gefallen. Nach einer Rettungstat von Fejzic gegen Werner war die nachfolgende Ecke Petrak direkt vor die Füße gefallen. Der Tscheche schlenzte aus gut 20 Metern ins rechte Eck (45.). Gleich nach dem Seitenwechsel sorgte Möhwald für die Vorentscheidung, als er die gesamte Braunschweiger Mannschaft wie Amateure aussehen ließ, Fejzic anschoss und den Abpraller ins Netz bugsierte (48.). 

Ein Aufbäumen der „Löwen“ blieb bis zum Abpfiff aus. Zwar bleibt Braunschweig auf Platz 14, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt jedoch weiterhin nur einen Zähler. Hinzu kommt: Die blutleere Vorstellung in Nürnberg stimmt nachdenklich. So gelingt weder gegen Ingolstadt noch in Kiel der Klassenerhalt. 

„Krone richten“

Mirko Boland äußerte sich nach dem Spiel den Tränen nah bei Sky: „Wir haben heute keine gute Leistung gebracht. Die Fans fahren hierher, unterstützen uns über die gesamte Saison mit ganzem Herzen. Ich bin schon so lange dabei und ich weiß, was es bedeutet, für die Eintracht zu spielen. Für uns bringt es aber nichts, lange darüber nachzudenken. Wir müssen das zusammen schaffen“, so Boland und weiter: „Wir haben Probleme, uns Torchancen zu erspielen – zumindest große. Das geht nicht spurlos an uns vorbei. Für viele Spieler ist es etwas neues. Für uns heißt es jetzt: Krone richten, wieder nach vorne schauen und nächste Woche alles raushauen, was geht für den Verein!“

Zahlen & Fakten

1. FC Nürnberg: Bredlow – Valentini, Margreitter, Mühl, Leibold – Petrak – Möhwald (89. Brecko), Behrens – Werner (74. Zrelak), Löwen – Ishak (87. Salli) Trainer: Michael Köllner

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Becker, Tingager, Valsvik, Reichel – Moll, Boland – Hochscheidt (67. Zuck), Schönfeld (10. Yildirim, 46. Teigl) – Hofmann, Kumbela Trainer: Torsten Lieberknecht

Torfolge: 1:0 Ondrej Petrak (45.), 2:0 Kevin Möhwald (48.)

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