Nullnummer am Rhein: Die Löwen und das erste Remis der Saison

21. September 2019 von
Nick Proschwitz haderte mit einigen guten Möglichkeiten, die nicht im Netz landeten. Foto: imago/Revierfoto
Köln/Braunschweig. Eintracht Braunschweig hat beim FC Viktoria Köln das erste Remis der Saison eingefahren. Am 9. Spieltag zeigte die Mannschaft von Christian Flüthmann zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten, haderte am Ende aber vor allem mit einer unterirdischen Schiedsrichterleistung.

Das Duell mit Viktoria Köln sah die erste Punkteteilung der Saison für Eintracht Braunschweig. Vor 4.408 Zuschauern dominierten die Gäste vor allem den ersten Durchgang, fanden aber nicht den Weg ins Tor. Hinzu kam ein gebrauchter Tag von Schiedsrichter Wolfgang Haslberger. Am Ende konnten die Löwen auch froh sein, dass Albert Bunjaku das in der letzten Szene der Partie nicht mit einer Niederlage bestrafte. Die Eintracht ist jetzt Tabellendritter. Am kommenden Samstag (14.00) gastiert Tabellennachbar Halle an der Hamburger Straße.

Strafstoß für Ziegele?

Gegenüber der 1:2-Pleite gegen Hansa Rostock hatte sich Christian Flüthmann für drei Wechsel in der Startelf entschieden: Yari Otto, Robin Ziegele und Patrick Kammerbauer (Drittliga-Debüt) spielten anstelle von Mike Feigenspan, Martin Kobylanski (beide Bank) und Bernd Nehrig. Bei den Rothosen fiel Stammkeeper Daniel Mesenhöler mit einer Bänderdehung am Knie kurzfristig aus. Sebastian Patzler stand dafür zwischen den Pfosten und wurde Kölns bester Mann in diesem Spiel.

Nachdem die mitgereisten 2.000 Braunschweiger mit reichlich Pyrotechnik den Spielbeginn verzögert hatten, waren die Gäste aus Niedersachsen von Beginn an das tonangebende Team im Sportpark Höhenberg. Die Flüthmann-Elf gewann die wichtigen Zweikämpfe, störte früh energisch und lief immer wieder gut an. Das Problem war lediglich die Ausnutzung der eigenen Möglichkeiten. So schien es nur eine Frage der Zeit, bis die Eintracht den ersten Treffer erzielen würde.

Nach einer Kessel-Flanken-Bogenlampe zielte Nick Proschwitz volley vorbei (4.). In der 17. Spielminute zwangen die früh anlaufenden Gäste Sebastian Patzler zu einem Fehlpass direkt in die Füße von Yari Otto. Sekunden später klatschte der Schuss von Kammerbauer an den Kölner Pfosten. Vier Minuten später setzte Marcel Bär gegen die FC-Abwehr zum Solo an, wurde in letzter Sekunde von Dietz gestört (22.). Der BTSV trug sein Spiel hervorragend vor, was fehlte war der entscheidende Punch.

Es dauerte ganze 25 Minuten, bis die Zuschauer überhaupt die erste offensive Aktion von Viktoria Köln sahen: Mike Wunderlich zog flach aus der 3. Reihe ab. Der Kölner Mannschaftskapitän musste direkt mit Wadenproblemen für Mart Ristl ausgewechselt werden. Noch vor der Pause verpassten die Blau-Gelben nach einem tollen Konter in Überzahl erneut den Führungstreffer, als Proschwitz seinen Meister in Patzler fand (38.). Kurz darauf versagte Schiedsrichter Wolfgang Haslberger den Löwen einen klaren Foulelfmeter, nachdem Lars Dietz im eigenen 16er Robin Ziegele das Standbein weggezogen hatte. Kurz nach der krassen Fehlentscheidung tauchte Saghiri plötzlich vor Jasmin Fejzic auf und hätte den Spielverlauf beinahe ad absurdum gestellt.

Rot für Willers?

Nach dem Seitenwechsel gestaltete sich die Partie weitaus ausgeglichener – auch, weil die Hausherren umgestellt haten und endlich mitspielen wollten. Nach einem ersten guten Versuch von Kammerbauer (49.) erreichte auf der anderen Seite eine Flanke von rechts beinahe Acht-Tore-Mann Albert Bunjaku (52.).

Wenig später kam die Nürnberger Leihgabe Kevin Goden zu seinem ersten Einsatz in blau und gelb für Marcel Bär (55.). Der Eingewechselte wurde direkt mit einem Ellbogenschlag von Tobias Willers ins Gesicht begrüßt. Wieder übersah Schiri Haslberger die Szene, hier hätte es Rot geben müssen (59.). Nach einer Stunde haderte Proschwitz zum wiederholten Male mit Keeper Patzler, der bei einem exzellenten Konter und einem Schuss aus 16 Metern noch den Fuß ausfuhr (60.). Bunjaku zog auf der anderen Seite erstmals ab und sorgte so für die erste Ecke der Hausherren in der 66. Spielminute. 

Die Partie flachte daraufhin immer mehr ab. Kölns Trainer Pavel Dotchev brachte noch einmal Angreifer Sven Kreyer (81. für Saghiri), doch mehr als Standardsituationen sprang auch für sein Team nicht mehr heraus. In der letzten Aktion der Partie hätte Bunjaku beinahe noch den Siegtreffer für Viktoria erzielt, knallte den Ball aber knapp am kurzen Pfosten vorbei (90.+3). 

Benjamin Kessel zeigte sich nach Spielende bei Magenta-Sport einigermaßen enttäuscht: „Zumindest ist unser Plan in der ersten Hälfte perfekt aufgegangen. Wir haben aber vergessen, den Punch zu setzen. In der zweiten Halbzeit war es ein anderes Spiel. Nach hinten raus hatten wir auch ein bisschen Glück. Mit dem Punkt können wir leben, aber es hätten drei sein können.“

Zahlen & Fakten

FC Viktoria Köln: Patzler – Gottschling, Dietz, Lanius, Holthaus – Saghiri (81. Kreyer), Holzweiler, Dej (46. Willers), Wunderlich (26. Ristl), Handle – Bunjaku Trainer: Pavel Dotchev

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Becker, Nkansah, Ziegele – Kessel, Kijewski, Wiebe, Y.Otto (89. Schwenk), Kammerbauer (68. Kobylanski), Bär – Proschwitz Trainer: Christian Flüthmann

Torfolge: –

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