Wird die Saison mit einer Quotientenregelung abgebrochen?
Wird die Saison mit einer Quotientenregelung abgebrochen? Foto: Frank Vollmer/Archiv
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21.05.2020

Nur Aufstieg, keine Abstieg: NFV votiert für Saisonabbruch mit Quotientenregelung

von Frank Vollmer


Barsinghausen/Region. Der Verbandsvorstand des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) folgte am Mittwoch dem Ruf seiner Vereine und entschied gemeinsam mit den Vorsitzenden der 33 Kreise auf die Variante des Saisonabbruchs, die eine Quotientenreglung enthält (Mehr hier). Damit wird es Auf-, aber keine Absteiger geben. Die Entscheidung könnte jedoch frühestens am 27. Juni auf auf einem Außerordentlichen Verbandstag endgültig werden.

Nun also doch: Die Saison im Amateurfußball wird abgebrochen. Nach langem Hin und Her entschied sich der NFV-Verbandsvorstand in seiner gestrigen Sitzung final zum Umgang der aktuell bis auf Weiteres unterbrochenen Saison 2019/20. Dabei einigten sich die dem Verbandsvorstand angehörenden Präsidiumsmitglieder und die Vorsitzenden der 33 Kreise auf jene Variante, die einen Saisonabbruch nach Quotientenregelung mit Auf-, aber ohne Abstieg vorsieht. Diese Variante wird vom Verbandsvorstand als Antrag auf dem Außerordentlichen Verbandstag eingereicht. Dieser soll voraussichtlich am 27. Juni stattfinden.

„Die Resonanz hat gezeigt, wo die Präferenzen der Vereine liegen. Insofern ist der Verbandsvorstand auch nach Empfehlung des Präsidiums einmütig zur Beschlussfassung gekommen. Der Antrag auf einen Saisonbruch nach Quotientenregelung mit Auf-, aber ohne Absteiger wird der Einzige sein, der von Seiten des NFV-Verbandsvorstandes auf dem außerordentlichen Verbandstag eingebracht und zur Abstimmung gestellt wird. Unabhängig davon kann jeder Verein einen Antrag im Rahmen der Antragsfrist stellen“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath in einer Pressemitteilung.

Sicher ist der Saisonabbruch im Amateursport damit aber noch lange nicht. Laut Geschäftsordnung des NFV müssen Anträge für einen Außerordentlichen Verbandstag wenigstens drei Wochen im Vorfeld eingereicht werden und zwei Wochen vorher schriftlich den Mitgliedern des Verbandstages mitgeteilt werden. Nach Ablauf der Frist könnte am Veranstaltungstag nur dann noch als Dringlichkeitsanträge vor Eintritt in die Tagesordnung zugelassen werden, wenn dies eine Zweidrittel-Mehrheit der Delegierten beschließt.

Neben dem einmütigen Votum für das Abbruchszenario ergab auch die Abstimmung zur Frage „Wer steigt auf“ ein klares Ergebnis. Mit großer Mehrheit sprach sich der NFV-Verbandsvorstand für die Variante „Regelaufsteiger + Relegationsplatz“ aus.

"Keine Absteiger und nur Aufsteiger"


Dass der vom Verband vorgesehene Antrag, der keine Absteiger und nur Aufsteiger vorsieht, spieltechnische Konsequenzen für die kommende Saison hat und eine große Herausforderung für die jeweiligen Spielausschüsse darstellt, ist den Verantwortlichen bewusst. „Wir müssen darauf achten, dass kein Verein und keine Mannschaft überfordert wird. Deshalb wird es zum Beispiel hinsichtlich der Planung der Saison keine Denkverbote geben“, erklärte Distelrath.

Der NFV behalte sich darüber hinaus vor, Sonderregelungen für die Pokal- Wettbewerbe zu treffen oder die kommende Saison bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli 2021 zu verlängern.

Der außerordentliche Verbandstag am 27. Juni ist der sechste in der Geschichte des NFV. Der bis dato letzte fand 1979 statt, als sich – analog der damals geltenden politischen Grenzen – die neuen NFV-Kreise und Bezirke konstituierten.

Außerordentlichen Verbandstag – so läuft er ab


Am außerordentlichen Verbandstag 2020 werden 324 Delegierte teilnehmen. Ihre Zahl setzt sich laut Paragraph 19 der NFV-Satzung zusammen aus den 200 Delegierten der Mitglieder aus den 33 NFV-Kreisen, den Mitgliedern des Verbandsvorstandes, den jeweils drei Delegierten der vier NFV-Bezirke und den Delegierten jener Vereine, deren Mannschaften gemäß der letzten Bestandserhebung in den Spielklassen der Herren und Frauen von der Oberliga Niedersachsen aufwärts spielen. Pro Mannschaft gibt es einen Delegierten. Jeder Delegierte hat eine Stimme, die nicht übertragen werden kann.

Die Stimmenzahl eines jeden NFV-Kreises richtet sich nach den Mannschaftszahlen. So verfügt der größte niedersächsische Fußballkreis, der NFV-Kreis Region Hannover, mit aktuell für den Spielbetrieb gemeldeten 1.707 Mannschaften über 20 Stimmen, während der NFV-Kreis Holzminden (137 gemeldete Mannschaften) zwei Stimmen hat. Nach dem NFV-Kreis Region Hannover die meisten Stimmen halten die NFV- Kreise Emsland (12), Ostfriesland und Jade-Weser-Hunte (beide 11) sowie Osnabrück-Land (10). In den NFV-Bezirken Braunschweig, Hannover (mit Ausnahme NFV-Kreis Region Hannover) und Lüneburg verfügt kein Kreis über eine zweistellige Stimmenzahl.


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