Reizthema Videoüberwachung: Die BGH kritisierte die Polizei. Foto: Frank Vollmer/Archiv
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19.10.2019

Reizthema Videoüberwachung: BGH kritisiert die Polizei

von Frank Vollmer


Braunschweig. Zu Beginn der Saison 2019/2020 wurden im Eintracht-Stadion neue Videokameras installiert, was von der Blau-Gelben Hilfe (BGH) bereits vor einigen Wochen thematisiert wurde. Nun erneuert die BGH ihr Anliegen und übt dabei harsche Kritik an der Polizei, die ihrer Meinung nach einem Dialog in dieser Angelegenheit enzieht. 

"Polizei entzieht sich dem Dialog"


In den Blöcken 8 und 9, über dem Marathontor bei Block 10 sowie in den Blöcken 2, 4R, 18 und 19 wurden zu Beginn der laufenden Saison zusätzlich zu derbereits vorhandenen Videotechnik neue Kameras installiert. Die BGH wertet dieses Vorgehen als Eingriff in die Grundrechte von Fußballfans, was sie bereits Anfang September thematisiert hatte (wir berichteten).

"Allein im Heimbereich wurden sieben neue Kameras zusätzlich zu der schon vorhandenen Videoüberwachungstechnik installiert", teilte die BGH am Sonnabend mit. Klärende Gesprächsangebote seien von der Polzei bisher unbeantwortet geblieben. Aus diesem Grund informierte die BGH beim heutigen Heimspiel von Eintracht Braunschweig mithilfe eines Flugblattes im Stadion.

So sei die Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA kurz vor Beginn der Saisonüber die neuen Kameras in Kenntnis gesetzt worden.„Allerdings hatte die (...) kein Mitspracherecht bei der Umsetzung des Vorhabens“,teilt Jendrik Pufahl. „Auch Hinweise seitens der GmbH auf eine fehlende Notwendigkeit für die immense Ausweitung der Videoüberwachung wurden von der Polizei ignoriert“, so der Vorsitzende der BGH in einer Pressemitteiling.

Nachdem auf Betreiben der Polizei mit der Installation der zusätzlichen Überwachungskameras Fakten geschaffen geworden seien, habe die BGH die Initiative ergriffen und einen Dialog mit allen Beteiligten, der Polizei, der Stadthallen Braunschweig Betriebsgesellschaft mbH und die Eintracht Braunschweig GmbH, angeregt. „Während die Stadt als Betreiber des Stadions und Eintracht Braunschweig jederzeit zu einem Dialog bereit sind, lehnte die Polizei bisher zwei Anfragen der BGH ohne Begründung ab“, betont Pufahl. „Wir hatten uns über die Fanbetreuung an die Polizei gewandt.“ Laut der BGH blieb selbst ein schriftlicher Versuch von Eintracht Braunschweig, den Dialog in Gang zu setzen, bisher erfolglos.

"Die massive Ausweitung der Videoüberwachung der Fans im Heimbereich ist für die BGH eine nicht nachvollziehbare und zugleich nicht zielführende Maßnahme", so der Ansatz des Rechtshilfe-Vereins und weiter: "Mit der Aktion beim Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching beabsichtigt die BGH, die Fans der Braunschweiger Eintracht über die massive Ausweitung der Videoüberwachung in Kenntnis zu setzen und auf einen konstruktiven Austausch mit allen Beteiligten hinzuwirken."

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https://regionalsport.de/bgh-fordert-aufklaerung-neue-kameras-eingriff-in-grundrechte/


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