Rückfall in alte Gewohnheiten? Grizzlys verschenken den Sieg

30. Januar 2018 von
Dragan Umicevics Treffer entschied die Partie. Foto: imago/Osnapix

Krefeld/Wolfsburg. Am 48. Spieltag der DEL unterlagen die Grizzlys Wolfsburg bei den Krefeld Pinguinen. Dabei lagen die Gäste am Dienstagabend bereits mit zwei Toren in Führung, bemühten sich in der Folge zu wenig, den Abstand weiter zu erhöhen und ließen den KEV wieder in die Partie zurückkommen, die mit 4:3 (0:1, 1:1, 2:1, 1:0) in der Overtime endete.


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Vier Verletzte

Personell mussten die Grizzlys – wie bereits in den letzten Partien –  auf Kris Foucault, Tyler Haskins und Marcel Ohmann verzichten. Dazu gesellte sich nun auch noch Robbie Bina. Im Kasten durfte Felix Brückmann nach dem Sieg in Düsseldorf auch heute wieder ran.

Weiß schießt Grizzlys in Führung

Während die Hausherren sofort versuchten Druck aufzubauen, gelang den Wolfsburgern über Jeff Likens der erste Abschluss, der allerdings in den Armen von Goalie Patrick Klein endete (2.). Doch der Schnellstart hielt nicht was er versprach. Minutenlang ging es ohne große Ambitionen hin und her – bis der Vizemeister gleich den ersten Konter nutzte: Fabio Pfohl brachte die Scheibe auf der rechten Seite vor das gegnerische Tor und legte mit einem genialen Querpass auf Alexander Weiß ab, der Doppeltorschütze des letzten Spieltages musste zum 0:1 (6.) nur noch einschieben. 

Nach dem Rückstand der Gastgeber wurde es schlagartig still in der Halle. Nicht ohne Grund, denn abgesehen von wenigen Kontern, blieb der KEV im restlichen Verlauf des ersten Drittels ungefährlich und auch die Gäste drückten nicht übermäßig nach vorne. Zu großen Chancen kam es erstmal nicht mehr.

Weiß legt nach – KEV schließt an

Im zweiten Abschnitt änderte sich zunächst nichts. Die Automobilstädter blieben spielbestimmend, aber nicht wirklich zwingend. Sebastian Furchner hatte die erste nennenswerte Möglichkeit, jagte das Spielgerät jedoch über das Aluminium hinweg (25.). Nur kurz darauf war Krefeld dem Ausgleich nahe, doch Darren Mieszkowski scheitere an einem starken Felix Brückmann, der seiner Mannschaft, welche zu diesem Zeitpunkt nach Ideen suchte, die Führung sicherte (27.). Doch das Team aus dem Allerpark legte trotzdem noch eins oben drauf: Nach gewonnenem Anspiel fuhr Philip Riefers hinter den gegnerischen Kasten und versuchte den Bauerntrick. Die Scheibe landete bei Weiß, der goldrichtig stand und das Hartgummi zum 0:2 (32.) in den Maschen versenkte.

Lange währte die Freude beim Tabellenfünften nicht. Die Pinguine mussten in Unterzahl und überrumpelten das führende Team durch Martin Schymainski, der sich im Mitteldrittel den Puck eroberte, in Richtung Wolfsburger Tor lief und aus dem Slot zum 1:2 (36.) abzog.

Hanson egalisiert per Doppelschlag

Auch im Schlussdrittel konnten die Niedersachsen ein leichtes Übergewicht für sich verbuchen, doch die Seidenstädter gaben sich noch nicht gänzlich geschlagen. Eine Weile neutralisierten sich die Kontrahenten gegenseitig. Wenn etwas durchkam, waren beide Goalies auf ihrem Posten – bis die Gastgeber immer mehr zum Zug kamen und sich für ihre Rückkehr in die Partie belohnten: Mit etwas Glück lenkte Greger Hanson einen Pass von Justin Feser zum 2:2-Ausgleich (48.) in das Wolfsburger Gehäuse.

Die Grizzlys blieben allerdings cool und wollten nicht erneut eine Führung einfach wieder wegschmeißen: Ein langer Pass in das gegnerische Drittel landete bei Christoph Höhenleitner, der das richtige Auge für die entscheidende Lücke hatte und das 2:3 (50.) ins linke Eck einnetzen konnte. Bis fünf Minuten vor Schluss gelang es dem Roadteam die knappe Führung zu verwalten, doch dann schlug Hanson erneut zu, zog alleine in den Torraum, trickste Brückmann aus und egalisierte den Spielstand per Rückhand mit seinem 3:3 (56.) ein zweites Mal – und erzwang die Verlängerung.

Umicevic dreht die Partie und holt den Sieg

In der Overtime bekamen die Grizzlys die Quittung für das nachlässige Geschehen in der regulären Spielzeit. Ein unglücklicher Abpraller landete bei Dragan Umicevic, der nicht lange fackelte und die Scheibe in den rechten Torwinkel knallte (63.) – Krefeld hatte die Partie gedreht und für sich entscheiden. Damit rutscht der Vizemeister auf Platz sechs in der Tabelle ab, bevor es am Donnerstag (19.30) zum Ligaprimus nach München geht.

Zahlen und Fakten

Torfolge: 0:1 (5:33) Alexander Weiß (Pfohl, Wurm), 0:2 (31:58) Alexander Weiß (Riefers), 1:2 (35:32) Martin Schymainski (Nordlund/SH1), 2:2 (47:35) Greger Hanson (Feser, Davis), 2:3 (49:55) Christoph Höhenleitner (Furchner, Likens), 3:3 (55:44) Greger Hanson (Davis), 4:3 (62:27) Dragan Umicevic (Pietta, St.Pierre/OT)

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