Eintracht-Präsident Sebastian Ebel reagierte auf einen offenen Brief.
Eintracht-Präsident Sebastian Ebel reagierte auf einen offenen Brief. Foto: Agentur Hübner/Archiv
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07.05.2020

Sebastian Ebel: "Es liegt noch ein sehr schwieriger Weg vor uns"

von Frank Vollmer


Braunschweig. Der Vorstand der "Fanabteilung des BTSV Eintracht von 1895" hat am Mittwoch einen offenen Brief an Präsident Sebastian Ebel und Geschäftsführer Wolfram Benz verfasst (wir berichteten). Noch am Abend reagierte der Verein mit einer Stellungnahme durch Ebel.

"Niemand findet Spiele ohne Zuschauer gut!"


Bereits am Dienstag vor einer Woche hätten Verantwortliche der Eintracht die Inhalte des offenen Briefes mit "Vertretern der Fanabteilung und dem Vorsitzenden Mario Goldmann sowie Vertretern weiterer Faninstitutionen in einem sehr guten und konstruktiven Treffen die im Brief angesprochenen Punkte erläutert", beginnt Ebel seine öffentlich Stellungnahme auf der Vereinshomepage.

"Niemand findet Spiele ohne Zuschauer gut! Ich war schon vor einigen Wochen der Meinung, dass es nicht gut ist, zu früh mit Ligaspielen zu beginnen und dem Fußball auf diese Weise meines Erachtens eine Sonderstellung zu geben. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und den daraus resultierenden generellen Lockerungen der Corona-Beschränkungen, auch im Bereich des Freizeitsports, kann eine Sonderstellung des Fußballs vermieden werden", so Ebel.

Die Mannschaft habe den verständlichen Wunsch, die nach wie vor bestehende Möglichkeit auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga sportlich auf dem Platz nutzen zu wollen. "Wenn die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen eingehalten werden, wollen wir uns trotz der großen Bedenken einer Fortsetzung nicht entgegen stellen. So wollen wir der Mannschaft sowie allen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, ihrer Arbeit nachzugehen, nachdem alle geschlossen bereits Mitte März in Kurzarbeit gegangen sind."

Auch Ebel dankt noch einmal der Fanaktion „Ich pfeif auf die Kohle, der Eintracht zum Wohle“ (Mehr hier). "Wir haben in den vergangenen Tagen und Wochen bereits viel positives Feedback bekommen. Auch dafür an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank!" Zudem befinde man sich mit Sponsoren und Partnern in einem intensiven und arbeitsreichen Austausch.

Im schlimmsten Fall 5 Millionen Euro Verlust


Auch zur wirtschaftlichen Situation äußert sich der Eintracht-Boss: "Wenn diesem Wunsch viele Dauerkartenbesitzer und auch Sponsoren folgen werden, können wir die wirtschaftliche Situation am Ende dieser Saison geordnet darstellen, das bedeutet trotz eines negativen Ergebnisses wie geplant mit einem signifikant positivem Eigenkapital abzuschließen." Was zusätzliche Sorgen bereite seien mögliche Einnahme-Ausfälle in der Saison 2020/2021: "Wenn auch die Hinrunde nicht oder nur mit Spielen ohne Zuschauer ausgetragen werden kann. Das bedeutet, dass im schlimmsten Fall 5 Millionen Euro Gesamteinnahmen gegenüber einem angestrebten ausgeglichenen Budget fehlen würden."

Aus diesen Grund arbeite man intensiv an allen möglichen Kosteneinsparungen bzw. Einnahmeabsicherungen. "Es liegt noch ein sehr schwieriger Weg vor uns, gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Gesamtsituation. Ich glaube aber, dass wir dieses gemeinsam hinbekommen können", so Ebel.



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