„Spielen absolut scheiße!“, Wolfsburg unterliegt Bremen 1:3

11. Februar 2018 von
Yunus Malli und Wolfsburg stolpern über Bremen. Foto: imago/Defodi

Bremen/Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg unterlag am 22. Spieltag der Bundesliga beim SV Werder Bremen mit 1:3 (0:2). Vor 38.062 Zuschauern legten die Gastgeber im Weserstadion den Grundstein zum Sieg schon in der ersten Halbzeit. Maximilian Arnold fand nach dem Spiel klare Worte. 


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VfL bleibt die Reaktion schuldig

Vier Punkte – so nahe ist der VfL Wolfsburg nach dem Spieltag wieder an den Relegationsplatz in der Bundesliga herangerutscht. Gleichzeitig rückte Bremen den Wolfsburgern bis auf einen Punkt auf die Pelle. Das Gastspiel im Weserstadion offenbarte dabei einmal mehr deutlich die Defizite der Mannschaft von Martin Schmidt, die zwar den Ball gefällig laufen ließ, dann aber gleich zweimal eiskalt von ihren Gastgebern erwischt wurde.

Zumindest personell reagierte der Schweizer VfL-Coach auf die ernüchternde Vorstellung im DFB-Pokal auf Schalke. Für Sebastian Jung, Divock Origi, Marcel Tisserand und Yannick Gerhardt sollten William, Paul Verhaegh, Josip Brekalo und Viktor Osimhen in der Startformation zeigen, dass es anders geht. Florian Kohfeld vertraute bis auf Delaney, der durch Philipp Bargfrede ersetzt wurde, der Elf vom Pokal-Aus gegen Leverkusen.

Die Anfangsminuten gehörten den Gästen, doch schon die erste Bremer Ecke führte zum Tor. Dabei fand Junuzovic den Kopf des anstürmenden Augustinsson, der den Ball mit Wucht an Casteels vorbei ins Netz drückte (5.). Zwölf Minuten späten vereitelte der Wolfsburger Schlussmann den doppelten Rückstand gegen Eggestein. Wolfsburg vermochte es nicht, gegen die geschickt verteidigenden und beherzt aufspielenden Bremer, den höheren Ballbesitz in etwas zählbares umzumünzen.

Stattdessen setzten die Weserstädter immer wieder gekonnt Nadelstiche, wie Eggestein, der nach einer Flanke von Johannsson mit wenig Gegenwehr zum Kopfball kam, aber nur die Arme von Casteelsvfand (29.), oder Moisander, dessen Volley-Schuss das Wolfsburger Lattenkreuz düpierte (31). Noch vor der Pause kamen die Hausherren zum zweiten Treffer, als Florian Kainz sich irgendwie nach halblinks durchmogelte und den Ball aus gut 20 Metern in die Maschen drosch (40.). Der VfL bekam die PS bis zum Seitenwechsel nicht mehr auf die Wiese.

Ausgeglichener zweiter Durchgang

Gleich nach dem Seitenwechsel eröffnete sich den Wolfsburgern die Chance zum Anschluss, als Moisander Robin Knoche im Strafraum um riss. Paul Verhaegh verwandelte den fälligen Strafstoß im Nachsetzen (49.). Zuvor war Osimhen aussichtsreich an Pavlenka gescheitert. Die Gäste präsentierten sich jetzt gegen den Ball stabiler, vor allem die Doppelsechs um Guilavogui und Arnold und gestalteten das Spiel ausgeglichener, mit leichtem Chancenplus. Es fehlte jedoch weiterhin an Klarheit und Durchschlagskraft. Schmidt reagierte, nahm Guilavogui für Origi vom Feld, stellte offensiv um. 

Das 3:1 durch Kainz war die Entscheidung. Nach einem leichtfertigen Ballverlust von Bruma, legte Kruse den Ball quer auf den mitgelaufenen Mittelfeldspieler, der aus neun Metern in halblinker Position durch die Beine von Casteels einschob (72.). Ein Schlenzer von Malli fünf Minuten war die letzte nennenswerte Aktion der Autostädter, die nun im fünften Spiel gegen Bremen die vierte Niederlage einfuhren.

„Es ist fünf vor 12!“

„Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Wir wollten in der ersten Halbzeit viel robuster zu Werke gehen“, wirkte Maximilian Arnold nach dem Spiel ratlos bei Sky und weiter: „Es ist einfach nur schlecht, wie wir heute in der ersten Halbzeit gespielt haben.“ Der Mittelfeldspieler fand klare Wort: „Das liegt nicht am Trainer oder Manager, sondern an uns. Wir als Team sind schuld an der Situation. Wir sollten jetzt Ruhe bewahren und die Dinge ganz klar ansprechen, aber was wir gerade spielen, ist absolut scheiße.“

„In der Pause wurde es sehr laut. Ein paar Blechkisten mussten dran glauben!“ Martin Schmidt nach dem Spiel

„Das war ein weiteres Negativerlebnis, das wir uns hier anders vorgestellt haben“, sagte Martin Schmidt nach dem Spiel bei Sky. „Wir strotzen derzeit nicht vor Selbstvertrauen. Wichtig ist, dass wir jetzt die  Contenance behalten und an dem arbeiten, was besser werden muss! Schmidt appellierte an seine Spieler, den Ernst der Lage zu erkennen: „Es ist fünf vor 12“, sagte der Cheftrainer des VfL. Jeder müsse das jetzt verstehen. „Wir brauchen im Moment jeden Zuspruch, den wir haben.“ Auch einen Schulterschluss mit den Fans und der Stadt mahnte der 50-Jährige an. 

Die Aufgaben werden nicht leichter: Am kommenden Samstag (15.30) geht es für den VfL Wolfsburg daheim gegen den FC Bayern München.

Zahlen & Fakten

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassi, Veljkovic, Moisander, Augustinsson – Bargfrede (57. Delaney) – Eggestein, Junuzovic – Johannsson (65. Gondorf), Kainz – Kruse Trainer: Florian Kohlfeldt

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Knoche, Bruma, William – Guilavogui (69. Origi), Arnold – Brekalo (69. Steffen), Malli, Mehmedi (78. Dimata) – Osimhen Trainer: Martin Schmidt

Torfolge: 1:0 Ludwig Augustinsson (5. Junuzovic), 2:0 Florian Kainz (40.), 2:1 Paul Verhaegh (49. FE),  3:1 Florian Kainz (73. Kruse)

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