Lässt der NFV seine Vereine im Regen stehen?
Lässt der NFV seine Vereine im Regen stehen? Foto: Frank Vollmer
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16.05.2020

Stimmen zum NFV-Vorschlag: "Die Basisdemokratie ist auf der Strecke geblieben!"

von Frank Vollmer


Region. Der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) erntet allerorts heftige Kritik für seine aktuellen Handlungen in der Frage nach einer möglichen Saisonfortsetzung (Mehr hier). Wir haben bei Amateurvereinen in unserer Region nachgefragt, warum genau.

"Warum ignoriert der NFV das Votum?"


Statt eines angekündigten klaren Fahrplans präsentierten die Verbands-Oberen in Barsinghausen am Montagabend vier mögliche Szenarien, die seitdem im Amateurfußball hitzig diskutiert werden und vor allem nicht die gewünschte Beruhigung der Lage zur Folge haben. Vor allem die Variante 4 – eine Fortsetzung der Saison ab September – kommt angesichts eines ersten Votums vor Kurzem nicht gut bei der Basis an.

Uwe Springer, aktuell kommissarischer Vorsitzender des Gesamtvereins SC Victoria, plädiert deshalb auch weiterhin für einen Abbruch: „Ich kann nicht verstehen, warum der NFV das Votum der Vereine ignoriert. Mein Gefühl sagt mir, dass der Verband hier unbedingt seinen Vorschlag ins Ziel bringen will“, so Springer, der nicht nachvollziehen kann, weshalb der Verband erst eine Umfrage unter den Vereinen macht und dessen Ergebnis dann nicht anerkennt. „Bei den vier Varianten ist die Möglichkeit groß, dass du mit 25%+x den NFV-Vorschlag durchbringst“, mutmaßt er. Die Zeit dränge: „Für einen geordneten Saisonstart brauchst du jetzt eine Entscheidung!“, fordert Springer. Die Handballer und andere Fußballverbände hätten es vorgemacht, wie so etwas geräuschlos vonstatten ginge. „Nur die Herren in Barsinghausen wollen ihr Ding mit aller Macht!“

"Ein absolutes No-Go!"


Oberligist Freie Turner Braunschweig hatte sich in der 1. Abstimmung ebenfalls für einen Abbruch der Saison ausgesprochen. Vornehmlich die aus der voraussichtlich längeren Spielpause erwachsenden Mitglieder- und Sponsorenprobleme seien dafür ausschaggebend gewesen. „Bei einer Weiterführung der Saison 2019/20 kommt es zudem zu einer personellen Schieflage in den Leistungsmannschaften durch Studium oder berufsbedingte Wechsel“, warnt Olaf Barnbeck vom Arbeiterklub aus dem Prinzenpark.

„Die vorgeschlagenen Varianten 1 und 2 – ein Saisonabbruch mit Auf- und Abstieg nach Quotienten-Regelung (1) oder auch ohne Absteiger (2) – wären für uns akzeptabel“, betont Barnbeck. Auch er hält ein Weiterspielen für wenig sinnvoll: „Die vorgeschlagene Variante 4 mit einer möglichen Fortsetzung der Saison, die der NFV da aus dem Hut gezaubert hat, ist – obwohl sich die Vereine in Niedersachsen mehrheitlich dagegen ausgesprochen haben – ein absolutes No-Go! Die vom NFV viel zitierte ‚Basisdemokratie‘ ist hier leider komplett auf der Strecke geblieben!“, kritisiert Der Turner.

"Der Sport könnte nachhaltig beschädigt werden!"


Torben Thran vom FC Wenden sieht einen Hauptkritikpunk ebenfalls in der bereits erfolgten 1. Abstimmung: "Es hat bereits ein eindeutiges Votum für einen Abbruch von den Vereinen gegeben! Durch die Variante 4 entsteht der Eindruck, dass der NFV damit nicht einverstanden ist und alles versucht, um doch noch seinen Vorschlag durchzubringen!“ Dies sei laut Thran in vielerlei Hinsicht problematisch und mache deutlich, „dass es nicht allein um den Sport geht, dieser aber hierdurch nachhaltig beschäftigt werden könnte.“

Marco Heidemann, Trainer in Groß Lafferde findet noch deutlichere Worte: „Ich finde das Verhalten des NFV unverschämt und respektlos den Vereinen gegenüber. Die Variante 4 darf nicht mehr diskutiert werden! Alle Vereine wollen und müssen planen und der NFV zieht das Thema hin bis Ende Juni. Das ist unbegreiflich!“


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