Teuer erkauft: New Yorker Lions stehen im German Bowl XLI

30. September 2019 von
Braunschweigs Passverteidiger Benjamin Barnes (#25, hier beim ersten TD des Tages) und die Defense übten von Beginn an hohen Druck aus und zwangen vor allem Quarterback Cluley vermehrt zu Fehlern. Foto: Fabian Uebe
Braunschweig. Mit einem letztendlich deutlichen 36:18 (5:6; 10:0; 14:0; 7:12) gegen die Frankfurt Universe ziehen die New Yorker Lions in den German Bowl XLI ein. Dort treffen sie am 12. Oktober (18.00) in der Frankfurter Commerzbank-Arena auf das Team der Schwäbisch Hall Unicorn. Der Finaleinzug wurde seitens der Braunschweiger teuer erkauft.

Das erwartet harte Unterfangen

Diese 18. Finalteilnahme im 30. Jahr des German Bowl haben sich die Braunschweiger teuer erkauft. Neben ihrem eminent wichtigen Spielmacher Brandon Connette traf es in dem äußerst hart umkämpften Aufeinandertreffen mit Frankfurt auch Wide Receiver Christian Bollmann und Defense Line Spieler Samuel Kargel. Alle drei Löwen mussten vom Rasen aus direkt ins Krankenhaus gebracht werden. Neben einigen anderen mehr oder minder schwer angeschlagenen Löwen, können erst die Ergebnisse der Untersuchungen in den nächsten Tagen über eine mögliche Teilnahme am German Bowl XLI Aufschluss geben. 

Vor knapp 3.700 Zuschauern präsentierten sich beide Teams von Beginn an gewillt, um jeden Grashalm zu kämpfen. Erst im zweiten Abschnitt gelang es den Hausherren dabei, sich leichte Vorteile zu erspielen. Dabei übte die Lions-Defense dauerhaft starken Druck auf Frankfurts Quarterback Steven Cluley aus und zwang ihn zu Fehlern, was der Grundstein für den späteren Sieg werden sollte.

Schwerwiegende Verletzungen bei Connette und Bollmann?

Kicker Tobias Goebel brachte sein Team mit einem 36 Yard Fieldgoal mit 3:0 in Führung, doch die Frankfurter Antwort folgte prompt: Spielmacher Cluley lief 43 Yard und sah seinen finnischen Ballfänger Sebastian Sagne der für das 3:6 in die Endzone lief. Der folgende Extrapunkt geriet zum Bummerang für die Gäste, als Lions-Linebacker Basil Jackson blockte und das Ei von Passverteidiger Benjamin Barnes bis in die Endzone der Hessen zurückgetragen wurde (5:6). Doch auch die Hausherren agierten nicht fehlerfrei: Christopher McClendon konnte das Spielgerät nach einem tollen Drive nicht festhalten und Linebacker Kadel King sicherte den freien Ball für die Gäste, die daraus aber kein Kapital schlagen konnten.

Das zweite Spielviertel sorgte nicht nur für massenhaft Diskusionsstoff auf der Tribüne: Frankfurts Linebacker Johnathan Silva Gomez nahm Brandon Connette bei einem seiner Läufe dermaßen hart aufs Korn, dass der Braunschweiger Spielmacher mit Verdacht auf eine schwere Kopfverletzung sofort ins Krankenhaus musste. Von den meisten unbemerkt blieb die Tatsache, dass zeitgleich auch Christian Bollmann wegen einer Kopfverletzung schon auf dem Weg ins Krankenhaus war. 

Weishaupt übernehmen Sie!

Jetzt zeigte sich die Breite des Löwen-Rosters: Sonny Weishaupt übernahm die Rolle auf der Kommandobrücke und machte seine Sache gut. Auf ein feines Pässchen auf Niklas Römer und den Lauf von Christopher McClendon folgten zwei persönliche Strafen gegen Frankfurt. Runningback McClendon nahm das Geschenk dankend an und fünf Yards später lagen die Lions mit 12:6 (PAT T. Goebel) vorne. Es folgte eine gute Phase der Gäste, die Yard um Yard gut machteb, bis Lions-Passverteidiger Benjamin Barnes dem Vorwärtsdrang mit seiner ersten Interception des Tages ein Ende setzte.

Nun waren wieder die Hausherren an der Reihe und es folgte der längste Drive des Tages. McClendon, Jan Hilgenfeldt und Niklas Römer führten ihr Team geduldig bis vor die Endzone, von wo Kicker Goebel mitten in den Halbzeitpfiff aus 19 Yards das Fieldgoal zum 15:6 traf.

Die Gäste starteten mit einem fatalen Fehler in den dritten Spielabschnitt, als Braunschweigs Passverteidiger Benjamin Barnes den Pass von Steven Cluley gedankenschnell abfangen konnte. Vier Läufe später bedankte sich erneut der überragende Christopher McClendon und erhöhte mit einem 31 Yard-Touchdown-Lauf auf 22:6 (PAT T. Goebel).

Jetzt waren die New Yorker Lions voll drin in ihrem Halbfinale und nicht gewillt, das Spiel noch einmal auf die Kippe zu stellen.  Lars Steffen beendete die Angriffsserie der Mainstädter jäh mit einem Safety auf Höhe der Mittellinie, schnappte sich den Cluley-Pass und trug das Ei über satte 53 Yards bis ins Allerheiligste der Frankfurter zum 29:6 (PAT T. Goebel) zurück.

Ein letztes Aufbäumen

Die Gäste bäumten sich noch einmal auf zu Beginn des finalen Abschnitts. Läufe von Justin Rodney, ein Passfang von Anthony Mahoungou und Strafen gegen die Lions brachten Frankfurt Universe bis tief in die Braunschweiger Hälfte. Receiver Anthony Mahoungou verkürzte nach einem 27 Yard-Pass von Steven Cluley auf 29:12 (PAT geblockt). 

Die Gastgeber reagierten besonnen über McClendon, der seinen dritten Score zum 36:12 (PAT T. Goebel) vollendete. Frankfurt war um eine Reaktion bemüht und kam dank einer langen Angriffsserie durch Sebastian Sagne auf 36:18 heran (TPC nicht gut), doch kontrollierten die Hausherren nun die Uhr und ließen nichts mehr anbrennen. Auch ein von Universe tief in der Lions-Spielfeldhälfte ausgespielter vierter Versuch wurde von der Defense gestoppt und führte dazu, das der Angriff um Sonny Weishaupt die verbleibenden knapp zwei Spielminuten nur noch runterlaufen lassen mussten.

Sonny Weihaupt (#16) wurde ins kalte Wasser geworfen und funktionierte. Foto: Fabian Uebe

Zahlen & Fakten

Scoreboard

03:00 36 Yard Fieldgoal T. Goebel
03:06 8 Yard TD-Pass S. Cluley auf S. Sagne (PAT geblockt)
05:06 B. Barnes geblockter PAT zurück in Endzone des Gegners getragen
12:06 5 Yard TD-Lauf C. McClendon (PAT T. Goebel)
15:06 19 Yard Fieldgoal T. Goebel
22:06 31 Yard TD-Lauf C. McClendon (PAT T. Goebel)
29:06 53 Yard Interception-Return-TD L. Steffen (PAT T. Goebel)
29:12 27 Yard TD-Pass S. Cluley auf A. Mahoungou (PAT geblockt)
36:12 10 Yard TD-Lauf C. McClendon (PAT T. Goebel)
36:18 10 Yard TD-Pass S. Cluley auf S. Sagne (TPC nicht gut)

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