Eintrachts Sportdirektor Peter Vollmann sieht mit dem Maßnahmenpaket des DFB in der Coronakrise auch Probleme auf die Vereine zukommen.
Eintrachts Sportdirektor Peter Vollmann sieht mit dem Maßnahmenpaket des DFB in der Coronakrise auch Probleme auf die Vereine zukommen. Foto: Agentur Hübner/Archiv
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05.04.2020

Vollmann zum DFB-Beschluss: "Da kommen einige Probleme auf uns zu!"

von Frank Vollmer


Frankfurt/Braunschweig. Am vergangenen Freitag beschloss der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein umfassendes Maßnahmenpaket und machte so den Weg für einen geordneten Abschluss seiner Fußball-Ligen frei (wir berichteten). Doch besonders für die Klubs der 3. Liga könnten die dabei angedachten Geisterspiele zu einem finanziellen Desaster werden. Eintracht Braunschweigs Sportdirektor Peter Vollmann steht den Maßnahmen nicht nur deshalb skeptisch gegenüber.

"Da kommen einige Probleme auf uns zu"


„In erster Line betreten wir hier Neuland“, betont Peter Vollmann mit dem zwingenden Hinweis: „Aktuell weiß niemand genau, wann die Saison endet.“ Der 62-Jährige sieht im Zuge der Coronakrise aber noch einige „Probleme auf uns zu kommen, die im Moment noch keiner auf dem Zettel hat.“

Ein wichtiges Thema sind derzeit die zum 30. Juni 2020 auslaufenden Spielerverträge. Im Rahmen einer Saisonverlängerung soll es nach dem DFB-Beschluss nun auch möglich sein, Spielberechtigungen, Wechselfristen und Verträge mit Spielern zeitlich anzupassen. Peter Vollmann ist hier in Gesprächen: „Die Spieler, die einen auslaufenden Vertrag bei der Eintracht haben sind vorinformiert unter welchen Bedingungen Vertragsgespräche von unserer Seite aufgenommen oder wieder aufgenommen werden“, stellt er klar.

Geisterspiele schweben wie ein Damoklesschwert über den Drittligaklubs. Foto: Agentur Hübner


"Die Herausforderungen werden für alle deutlich steigen"


Unklar ist für Peter Vollmann die Erleichterung der Verbandsentscheidungen für die Vereine: „Der Entschluss sichert dem DFB und den Vereinen erstmal die Möglichkeit die Saison zu Ende spielen zu können“, so der Sportdirektor, der anfügt: "Immer unter der Voraussetzung, dass die gesundheitlichen Auflagen eingehalten werden können.“ Aber: „Die Herausforderungen werden für alle Verantwortlichen deutlich steigen, eine Erleichterung ist für mich nicht erkennbar.“

Was den Sportdirektor von Eintracht Braunschweig ebenfalls ein wenig wundert: „Wie schnell Dinge außer Kraft gesetzt werden können, die vor der Krise riesen Konsequenzen für die Vereine nach sich gezogen hätten.“ Die Regeln zu ändern sei das eine, „die Konsequenz für die Vereine, wenn es zu Geisterspielen kommt das andere“, merkt Vollmann an. Pflichtspiele ohne Zuschauer kreisen derzeit wie ein Damoklesschwert über den Drittligavereinen, die extrem auf die Zuschauereinnahmen angewiesen sind.

„Aktuell werden sogar Insolvenzen billigend in Kauf genommen. Eine Planinsolvenz hat nicht nur positives, sondern auch negatives, darüber sollte sich jeder im Klaren sein. Hilfe, wenn wir Geisterspiele machen müssen, sieht aus meiner Sicht anders aus, als ein paar Richtlinien zu ändern.“ Man dürfe ihn keineswegs falsch verstehen: „Ich bin für die Fortsetzung im sportlichen Sinne“, betont Peter Vollmann. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es in diesen Zeiten keine Möglichkeit gibt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Spiele ohne Zuschauer im Sinne der Vereine zu regeln.








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