Vollmann zum Trainerwechsel: „Mit der nötigen Ruhe und Abstand“

18. November 2019 von
Hatte wenig Schlaf in den letzten 60 Stunden: Eintrachts Sportdirektor Peter Vollmann. Foto: Frank Vollmer
Braunschweig. Bei der Vorstellung des neuen Cheftrainers Marco Antwerpen stellte sich Eintracht Braunschweigs Sportdirektor Peter Vollmann auch den kritischen Nachfragen zu den letzten Tagen und Wochen. Wir haben seine wichtigsten Aussagen zusammengefasst:

Peter Vollmann über …

… die Verkündung des Trainerwechsels an die Mannschaft:

Wir konnten heute Morgen in Ruhe die Mannschaft informieren, dass wir den Trainerwechsel vollzogen haben. Wir halten es immer für wichtig, dass die Spieler auch persönlich informiert werden. Wolfram Benz war als Geschäftsführer auch dabei. Wir haben „eine positive Situation“, dass wir in dieser Woche eine Trainingseinheit mehr haben. So konnten wir dementsprechend heute montags schon starten.

… die Gründe der Trennung von Christian Flüthmann:

Ich denke, wir haben versucht, den rein professionellen Blick auf die Situation zu werfen – trotz aller Sympathien und Menschlichkeit, die wir für Christian gehegt haben. Es ist letztendlich unsere Aufgabe, dass wir einen professionellen Blick auf die entstandene Situation haben. Dieser Blick auf die Situation hat uns letztendlich bewogen, diesen Schritt zu vollziehen. Dieser rein sportliche Blick findet und muss auch personen-neutral stattfinden. Und nichts anderes haben wir auch gemacht.

Wenn man dann alles zusammenbringt, dann kann man aus unserer Sicht durchaus zu der Auffassung kommen – und das sind wir auch – dass wir handeln müssen. Das war es, was in den Gesprächen zwischen den Verantwortlichen auch gesagt worden ist. Auch die Diskussion um die Risiken – die wir natürlich auch kennen und die uns auch bewusst sind – haben wir uns für eine Veränderung entschieden und nicht für ein Weitermachen. Wir sehen auch Chancen darin, dass wir durch die Veränderung wieder zurück in die Spur kommen. Das hätten wir vielleicht auch mit Christian geschafft, aber wir erhoffen uns so einfach den schnelleren Zug zum Erfolg zurückzukommen.

Ich möchte dazu ausdrücklich sagen, dass ich mich nicht an Diskussionen um irgendwelche Defizite beteiligen werde. Ich werde nicht im Nachhinein Christian Flüthmann zerlegen. Er hat uns bis dato auf den Platz gebracht, wo wir sind und dafür bedanke ich mich rechtherzlich bei ihm. Wir haben immer ein sehr intaktes und vernünftiges Arbeitsverhältnis gehabt.

… den Zeitpunkt der Entlassung:

Auf der einen Seite ist es so, dass man den Verantwortlichen schnell Aktionismus vorwirft. Wir haben uns einfach mit der nötigen Ruhe und dem Abstand zu unserem letzten Spiel gegen Münster zusammengesetzt. Wir wollten nicht emotional handeln, sondern, nachdem wir alle ein paar Mal über das letzte Spiel geschlafen haben.

… die Freistellung von Co-Trainer Markus Unger und das Trainerteam:

Zusätzlich muss ich sagen, dass wir nicht nur Christian Flüthmann freigestellt haben, sondern auch Markus Unger. Ich habe ihn gestern Abend telefonisch informiert, weil ich auch Zeitdruck habe und das nicht anders ging. Ich habe ihm gesagt, dass wir uns heute morgen auf der Geschäftsstelle treffen. Dieses Treffen hat stattgefunden. Dass das keine optimale Situation ist, ist klar. Ich wollte auch nicht, dass er es erst heute morgen erfährt. Er hat auch heute Geburststag. Das ist zusätzlich eine schwierige Situation.

Wir haben uns intern zusammengesetzt und einen Wechsel im Bereich der Co-Trainer beschlossen, weil so eine Herausnahme vielleicht auch einen positiven Effekt haben könnte. Das ist gar nichts gegen die Arbeit von Markus Unger. Markus hat sich hier hervorragend verhalten, hat hier in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet. Wir sind überzeugt, dass so ein doppelter Schnitt eine zusätzliche Wirkung hat. Wir sind davon überzeugt gewesen, dass ein Co-Trainer weniger die Sache durchaus noch einmal besser begleiten kann als zwei. Er ist unwiderruflich freigestellt. Die übrigen Trainer die jetzt da sind bleiben auch. Es kommt auch kein neuer hinzu.

Co-Trainer Markus Unger (re.) wurde ebenfalls unwiderruflich freigestellt. Foto: Frank Vollmer

… die aktive Trainersuche:

Es ist so, dass wir auch mit einigen Kandidaten gesprochen haben. Gesprächspartner dieser Gesprächsführung waren Tobias Rau und ich. Wir hatten dann letztendlich drei Kandidaten, wo wir gesagt haben, das sind Möglichkeiten. Das haben wir dementsprechend auch dem Aufsichtsrat vorgestellt und letztendlich ist die Wahl so ausgefallen, wie sie stattgefunden hat.

Die letzten 60 Stunden waren ziemlich anstrengend mit wenig Schlaf. Aber das gehört einfach dazu. Ich habe in 60 Stunden noch nie so wenig geschlafen wie jetzt. Insofern haben die Gespräche fast in der Nacht stattgefunden. Aber das ist einfach der Situation geschuldet. Ich glaube, dass wir trotzdem die nötige Sorgfalt haben walten lassen, dass wir trotzdem in Ruhe und nicht übereilt die Entscheidung getroffen haben.

… eine mögliche Neuordnung der Saisonziele:

Wir sitzen nicht hier, um etwas zu korrigieren. Wir haben etwas korrigiert, was in den letzten sieben, acht Spielen nicht mehr so funktioniert hat, wie wir uns das wünschen. Wir müssen an  unseren Zielen erstmal gar nichts korrigieren. Wir haben einfach auf die Situation reagiert. Die Saisonziele ändern wir jetzt nicht.

… die Vertragslaufzeit bis Saisonende von Marco Antwerpen:

Marco hat sich gewünscht, erstmal bis zum Saisonende zu unterschreiben. Wir waren der Aufassung, dass das völlig o.k. ist. Er hat in den Gesprächen ganz klar seine Ziele formuliert. Insofern ist das keine unnormale Sache. Uns ist das entgegengekommen indem wir gesagt haben: Auf der einen Seite ist die Motivation groß, uns oben zu halten. Auf der anderen Seite müssen wir immer auch an die Wirtschaftlichkeit denken.

Peter Vollmann (i.) und der neue Cheftrainer Marco Antwerpen. Foto: Vollmer

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