„Wettbewerbsverzerrung“ – Wehen giftet gegen Solidar-Zahlung

6. Juni 2018 von
Wiesbadens Geschäftsführer Christian Hock findet die Einmalzahlung ungerecht. Foto: imago
Braunschweig. Eine Einmalzahlung von 600.000 Euro aus Solidarität für die Zweitliga-Absteiger? Beim Rest der 3. Liga kommt das nicht unbedingt gut an. Am Mittwoch wurden kritische Stimmen laut. Vor allem von Wettbewerbsverzerrung ist die Rede. 

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„Verschärfung der Bedingungen“

1,1 Millionen Euro – das ist ein schickes Sümmchen Geld für einen Absteiger. Neben 500.000 Euro aus einem Rettungsschirm, zweckgebunden zur Fortführung des Nachwuchsleistungszentrums, erhält Absteiger Eintracht Braunschweig im Zuge einer Solidaritätsaktion der Zweitligisten zur kommenden Saison noch einmal 600.000 Euro (wir berichteten). 

Bei Ligakonkurrent Wehen Wiesbaden findet man das unangemessen. Es sei „Wettbewerbsverzerrung“, die Kluft zwischen Unterhaus und 3. Liga sei ohne schon sehr groß, kritisiert Sportdirektor Christian Hock gegenüber „hr-sport“.  „Wenn man dann auch noch einen Zuschuss bekommt, finde ich das ungerecht“, betont Hock und erklärt: „Wir haben auch bis zum Schluss um den Aufstieg mitgespielt, und uns hat niemand eine Zusage gegeben, dass wir mehr Geld bekommen.“

In der Allgemeinen Zeitung teilt Hock weiter aus: „Nach diesen 600.000 Euro würde sich jeder Drittliga-Verein die Finger lecken.“ Vor allem vor dem Hintergrund, dass Braunschweig (14 Millionen Euro) und Kaiserslautern (11,1 Millionen Euro)  in den vergangenen Jahren „nicht gerade wenig Fernsehgeld bekommen“ haben, findet Hock die Zahlung unangemessen. Zum Vergleich: aktuell erhalten alle Drittliga-Klubs 1,28 Millionen Euro per anno. 

Ähnlich negativ äußerte sich Helmut Sandrock, Geschäftsführer des Karlsruher SC beim „SWR“. Die immerhin „bemerkenswerte“ Finanzspritze verschärfe die Bedingungen der bisherigen Drittliga-Vereine gegenüber den finanzstarken Zweitliga-Absteigern. Vom DFB wünscht sich Sandrock daher eine Stärkung der Drittliga-Vereine gegenüber den Zweitligisten, die von der DFL „alimentiert“ werden würden.

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