Zahnlos, kopflos, atemlos: VfL Wolfsburg raus auf Schalke

7. Februar 2018 von
Guido Burgstaller traf zum Tor des Tages gegen harmlose Wölfe. Foto: imago/MIS

Gelsenkirchen/Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. In einem unterdurchschnittlichen Viertelfinalspiel unterlag die Mannschaft von Martin Schmidt am Mittwochabend beim FC Schalke 04 mit 0:1 (0:1). 


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Spielerisch ein Offenbarungseid

Das Viertelfinale der Wölfe auf Schalke kam einem spielerischen Offenbarungseid gleich. Genau einen (!) gefährlichen Abschluss hatte die Elf von Martin Schmidt über 90 Spielminuten und schied am Ende des Tages verdient aus dem DFB-Pokal aus.

Martin Schmidt schenkte drei Neuen in der Startformation gegenüber dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart das Vertrauen. Sebastian Jung, Yannick Gerhardt und Admir Mehmedi, mit seinem Startelfdebüt für Wolfsburg, verdrängten Paul Verhaegh und Daniel Didavi auf die Bank und Renato Steffen aus dem Kader. Rotation auch beim FC Schalke 04, wo Sandro Schöpf, Leon Goretzka, Marco Pjaca und Guido Burgstaller für Caligiuri, Bentaleb, Konoplyanka (alle Bank) und di Santo begannen.

Burgstaller tunnelt Bruma

Die 55.000 Zuschauer in der Veltins Arena sahen 20 gute Pokalminuten, bevor sich dieses Viertelfinalspiel komplett zerfahren präsentierte. Zu diesem Zeitpunkt führten die Hausherren bereits. Guido Burgstaller enteilte nach einem Wolfsburger Ballverlust über den gesamten Platz, lud Jeffrey Bruma zum Tänzchen und tunnelte den bedauernswerten Innenverteidiger mit dem Führungstreffer ins lange Eck (10.). Es war der erste Gegentreffer für die Niedersachsen im laufenden Wettbewerb. Kurz darauf versuchte es Juventus Turin-Leihgabe Marco Pjaca noch einmal aus ähnlicher Situation, zielte aber vorbei (15.). 

Und der VfL Wolfsburg? Kam immer wieder über rechts, hatte die erste nennenswerte Aktion aber erst nach vielen Missverständnissen im Aufbauspiel und einem Riesenbock von Schalke-Schlussmann Ralf Fährmann. Der unterschätzte einen langen Freistoß aus dem Halbfeld und konnte gerade noch so klären. Bei der nachfolgenden Ecke köpfte Ex-Wolf Naldo den Ball direkt zu Malli, der mit einem mächtigen Dropkick den Querbalken erbeben ließ. Der Ball sprang deutlich vor der Torlinie auf (24.). Auch Arnold versuchte es aus der Distanz, zielte aber weit vorbei (27.). Bis zur Pause verlegte sich die Tedesco-Elf auf das Nötigste, der VfL Wolfsburg fand keine Lücke. So wechselten sich Unvermögen und Stückwerk gegenseitig ab.

Dingert verweigert einen Strafstoß

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Wolfsburger Aufbäumen aus. Ein Handspiel von Nastasic bei einem Abschluss von Maximilian Arnold übersah Schiedsrichter Christian Dingert (52.). Zuvor hatte es Yunus Malli aus einiger Entfernung versucht (49.). Martin Schmidt brachte William für den angeschlagenen Tisserand (59.), später kamen Daniel Didavi für Gerhardt (71.) und Viktor Osimhen für Guilavogui (80.).

Erst in der Schlussphase näherten sich die erschreckend zahnlosen Wölfe gegen nun zuweilen recht unfair auftretende Schalker noch einmal dem Tor, doch Leon Goretzka köpfte den guten Versuch von Didavi vor der Linie weg (85.) und Malli gab den Ball eher zu Fährmann zurück, als ihn zu prüfen (89.). 

„Der Unterschied war, sie haben ein Tor mehr geschossen als wir“, sagte Martin Schmidt nach dem Ausscheiden. „Das waren zu wenige klare Chancen von uns. Heute war Schalke gewarnt von den letzten Spielen, in denen sie hier einiges hintenraus verschenkt haben. Heute waren sie viel wacher und wir kamen nicht mehr in die Räume rein, in die wir gemusst hätten. Deshalb hat Schalke über das Ganze gesehen verdient gewonnen.“

Auch Maximilian Arnold – kämpferisch ein Lichtblick bei den Wölfen – übte sich in Selbstkritik: „Wir haben in der 2. Halbzeit die Zielstrebigkeit komplett vermissen lassen. Das 1:0 hat den Schalkern hat ihnen in die Karten gespielt.“ „Wir sind solide, aber uns fehlen die Ausschläge nach oben“, analysierte Schmidt. „Daran müssen wir arbeiten. Jetzt gilt nur die Liga: Köpfe frei, Bundesliga!“ Dort geht es am Sonntag zum wichtigen Kellerduell beim SV Werder Bremen (18.00). 

Die Startformationen. Foto: Agentur Hübner/Grafik: Frank Vollmer

Zahlen & Fakten

FC Schalke 04: Fährmann – Kehrer, Naldo, Nastasic – Schöpf, Meyer, Oczipka – Goretzka, Harit (90. +3 Caligiuri) – Burgstaller, Pjaca (76. Teuchert) Trainer: Domenica Tedesco

VfL Wolfsburg: Casteels – Jung, Bruma, Knoche, Tisserand (61. William) – Guilavogui (80. Osimhen), Arnold – Mehmedi, Malli, Gerhardt (71. Didavi) – Origi Trainer: Martin Schmidt

Torfolge: 1:0 Guido Burgstaller (10. Pjaca),

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