Thorsten Kohn verlässt den Nachwuchs des VfL nach 17 Jahren.
Thorsten Kohn verlässt den Nachwuchs des VfL nach 17 Jahren. Foto: imago/Schroedter
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26.05.2020

Zum Ende einer Ära: Thorsten Kohn verlässt den Wölfe-Nachwuchs

von Henrik Stadnischenko


Wolfsburg. Zum 30. Juni wird im Nachwuchsbereich beim VfL Wolfsburg eine Ära enden. Nach 17 Jahren verlässt Trainer Thorsten Kohn die Grün-Weißen und wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern.

Ursprünglich war alles ein wenig anders geplant. Thorsten Kohn sollte mit Steffen Brauer zur neuen Saison die U14 des VfL Wolfsburg übernehmen. Doch der 23. April veränderte alles, als der bisherige U17-Trainer Steffen Brauer an jenem Tag unerwartet verstarb (Wir berichteten).

„Manchmal haut dir das Leben ohne Vorwarnung und mit einer unfassbaren Brutalität ins Gesicht. Nach langer und reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen meinen Vertrag nicht zu verlängern, denn ohne Spaß und Freude ist es nicht möglich, erfolgreich als Trainer zu arbeiten“, erklärt Thorsten Kohn, der seit 2003 für den VfL Wolfsburg tätig ist.

In dieser Zeit arbeitete er intensiv mit vier Trainern zusammen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: Frank Plagge, Stephan Schmidt, Dirk Kunert und zuletzt Steffen Brauer. „Zunächst bin ich froh, dass ich all die Jahre mit diesen vier fantastischen Cheftrainern zusammenarbeiten durfte. Menschlich wie sportlich waren sie auf dem höchsten Niveau. In 17 Jahren hat sich viel beim VfL zum Positiven verändert. Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir in der Anfangszeit nur durchschnittliche Jugendmannschaften hatten. Mittlerweile herrschen professionelle Strukturen beim VfL. Die U17 und die U19 spielen Jahr für Jahr, um die Meisterschaft mit und ich bin unglaublich stolz darauf im Jugendbereich zweimaliger deutscher Meister geworden zu sein“, betont der 53-Jährige.

Julian Brandt brachte laut Kohn alles mit und war schon in der Jugend ein unfassbares Talent. Foto: Agentur Hübner/Archiv


"Julian Brandt und Maximilian Arnold waren die besten Spieler!"


In seiner Zeit beim VfL Wolfsburg trainierte Kohn einige Spieler, die später den Weg zum Fußballprofi schafften. An zwei Akteure erinnert er sich besonders gern: „Julian Brandt und Maximilian Arnold waren die besten Spieler, die ich auf ihrem Weg begleiten durfte. Während Julian alles mitbrachte und ein unfassbares Talent besaß, hat sich Maximilian alles erarbeitet, Zusatzschichten, jedes Training an der Leistungsgrenze. Für mich sind beide absolute Topspieler“, sagt Thorsten Kohn.

Wohin es den 53-Jährigen in Zukunft verschlagen wird, kann er selbst noch nicht beantworten: „Ich wäre für eine neue Aufgabe offen, genauso könnte ich mir vorstellen einfach eine Auszeit zu nehmen, denn ich war die letzten 17 Jahre ununterbrochen tätig“, so Kohn. Könnte er sich denn eine Rückkehr zu seinem Ex-Verein Eintracht Braunschweig vorstellen? „Momentan bestehen keine direkten Kontakte zur Eintracht, aber ich verfolge den Verein regelmäßig und wäre einem Austausch nicht abgeneigt.“

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Thorsten Kohn mit Sohn Marcel, als der noch bei Holstein Kiel spielte. Foto: imago/Hübner



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